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Praxis ~2 Min.

Fallobst

Im Herbst beginnt die Zeit der Fruchtreife und damit der Erntezeit. Anfallendes Fallobst ist eine wertvolle Nahrungsquelle für viele Tiere. Amseln, Drosseln, Igel, Siebenschläfer sowie zahlreiche Insekten wie Wespen, Schmetterlinge und Käfer nutzen die reifen Früchte. Auch Pilze und Mikroorganismen zersetzen das Obst und führen die Nährstoffe dem Boden wieder zu. Ein Teil des Fallobsts sollte deshalb im Garten liegen bleiben, um die Artenvielfalt zu fördern und natürliche Kreisläufe zu unterstützen.

Natürlich sollte Obst wie Äpfel, Birnen und Pflaumen in erster Linie von Menschen geerntet und genutzt werden. Bei guter Planung wird frühzeitig berücksichtigt, ob direkt pflückbares Tafelobst oder Wirtschaftsobst zum Verwerten als Most, Saft und Wein zur Flächennutzung passt. Wenn Früchte überreif werden, durch Wind, Regen oder Stürme abfallen oder wenn der Baum mehr Früchte trägt, als er versorgen kann, entsteht Fallobst.

Fallobst ist ein wichtiger Bestandteil naturnaher Gärten und Streuobstwiesen. Die herabgefallenen Früchte dienen zahlreichen Tierarten als Nahrung. Dazu gehören Vögel wie Amseln, Singdrosseln, Rotkehlchen, Stare und Wacholderdrosseln sowie Säugetiere wie Igel, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Füchse und Dachse. Auch viele Insekten profitieren davon, darunter Hornissen, Schmetterlinge, Fliegen, Käfer und Wildbienen, die den zuckerhaltigen Fruchtsaft nutzen. Regenwürmer, Asseln, Tausendfüßer, Pilze und Mikroorganismen zersetzen das Fallobst und führen die enthaltenen Nährstoffe wieder dem Boden zu.

Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe ernähren sich von Fallobst, da spät im Jahr nur noch wenige Blütenpflanzen blühen.

Fallobst trägt damit wesentlich zur Förderung der Artenvielfalt und zum natürlichen Stoffkreislauf bei. Es bietet besonders im Spätsommer und Herbst eine wichtige Energiequelle für viele Tiere und schafft Lebensraum für zahlreiche Kleinstlebewesen.

Trotz seiner ökologischen Bedeutung sollte Fallobst nur dort liegenbleiben, wo es nicht stört. Faulende oder von Krankheiten wie Monilia befallene Früchte können Krankheitserreger verbreiten und im nächsten Jahr den Obstbestand gefährden. Zudem kann Fallobst Wespen anlocken, wird das zum Beispiel in kleinen Gärten als störend empfunden, kann das Obst bei Dunkelheit gefahrlos auf den Kompost geräumt werden.

Auf Wiesen reichert Fallobst Nährstoffe im Boden an, zum erhalt der Artenvielfalt der Wiese sollte es deshalb dorthin geräumt werden, wo es nicht stört, zum Beispiel unter Hecken. Auch Rasenflächen oder Wege können rutschig und matschig werden, das Fallobst kann dann in kleinen Mengen dem Kompost beigemischt werden oder in der wilden Ecke, unter Hecken oder Reisighaufen abgelegt werden.

Gesundes Fallobst sollte als Nahrung für Tiere liegengelassen werden, während krankes oder stark faulendes Obst regelmäßig entfernt und fachgerecht entsorgt werden sollte.

Merke: Wenn möglich, lasse Fallobst an einem ungestörten Platz liegen. Fallobst ist wertvolle Biomasse im Naturkreislauf und dient vielen Arten als Nahrung.

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